Biodiversitätsstrategie & -management

Eine Biodiversitätsstrategie unterstützt die nachhaltige Nutzung von ökologischen Ressourcen und den Erhalt der Öko­systeme. Da bereits von einer Biodiversitäts­krise die Rede ist, steigen die Anforderungen an Unternehmen stark an. Ein Biodiversitäts­­management, das zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beiträgt, ist jedoch mit komplexen Fragen verbunden.

Gesunde Ökosysteme und Arten­diversität sind das, was in Zukunft zählt

Der Schutz von Ökosystemen und die Vermeidung von Artenverlust ist Teamarbeit. Mit maßgeschneiderten Lösungen von denkstatt sind Sie Teil der Lösung.

Warum sind Biodi­ver­sitäts­­strategien für Unternehmen wichtig?

Die Risiken rund um die Biodiversität sind nicht nur ein Thema der Biologie und im Umwelt­schutz. Biodiversitäts­strategien haben inzwischen die Geschäfts­welt, die Öffentlichkeit und die Politik erreicht. Dies zeigt zum Beispiel die EU-Biodiversitäts­strategie 2023. Da der Verlust der Artenvielfalt aufgrund der Übernutzung natürlicher Ressourcen weltweit rasant zunimmt, wird bereits von einem massiven Arten­sterben gesprochen. Die Versiegelung von Bodenflächen, der Trend zur Monokultur, Abholzung und die Versauerung der Meere tragen ebenfalls zur ernsten Lage der Biodiversität bei. Der Biodiversitätsverlust kann erhebliche wirtschaftliche Folgen haben. Schließlich dienen intakte Ökosysteme als Grundlage für wirtschaftliche Aktivitäten, weshalb Biodiversitäts­strategien für Unternehmen wichtiger denn je sind.
Über 50 % des globalen BIP hängen direkt von der Natur, der Biodiversität und von Ökosystem­dienst­leistungen ab.

(Quelle: World Economic Forum, Pressemitteilung, 2020)

Darüber hinaus ist Biodiversität als Thema bereits ein Muss in der Unternehmens­­bericht­erstattung, wie z. B. durch die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und die EU-Taxonomie. Auch das Globale Biodiversitätsabkommen der UN und seine Ziele wirken sich auf Unternehmen aus. Gleichzeitig entstehen neue Standards wie die Task-Force of Nature-Related Financial Disclosures (TNFD) und Science-Based Targets for Nature (SBTN). Biodiversität wird auch in Rating-Standards thematisiert. Eine Biodiversitäts­strategie bedient damit eine Vielzahl von Anforderungen und führt zur Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. Unser denkstatt Biodiversitätsteam hilft Ihnen, die richtigen Antworten für ihre Biodiversitäts­strategie zu finden und Ihr Biodiversitäts­management entsprechend aufzustellen.

Unsere Services zum Thema Biodiversität

Biodiversität nimmt in Unternehmen mittlerweile einen ähnlichen Stellenwert ein, wie der Klima­wandel. Damit ist Ihre Biodiversitätsstrategie ein essenzieller Bestandteil Ihrer Nachhaltigkeits­strategie, aber auch vom Energie- und Umwelt­management. Biodiversität fördern und Risiken minimieren – unsere Expertinnen und Experten unterstützen Sie mit einer Vielzahl an Services bei der Erreichung Ihrer Ziele.

denkstatt hilft Ihrem Unternehmen Biodiversität zu berücksichtigen und Maßnahmen zu implementieren
denkstatt Services zu Biodiversität

Biodiversitäts-Basisbewertung

Biodiversität ist ein standortspezifisches Thema. Wir stellen in Zusammenarbeit mit Ihnen fest, ob und wie die biologische Vielfalt für Ihre Nieder­lassung und Ihre Lieferkette von Bedeutung ist.
Wir prüfen Schutzgebiete, darunter wichtige Vogelschutzgebiete, Key Biodiversity Areas, Natura 2000, gefährdete Arten und Ökosystem­­dienst­leistungen. Wir unterstützen Sie bei Bedarf mit detaillierten Erhebungen zur Biodiversität bei Ihnen vor Ort.
Wir helfen Ihnen invasive Arten zu dokumentieren. Denn diese sind eine der Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt. Wir überprüfen Ihre bestehenden Planungs- und Management­systeme, um eine Gap-Analyse und Risikobewertung durchzuführen.

Biodiversitäts-Fußabdruck

Um Biodiversität zu verstehen, muss man die Auswirkungen und Abhängigkeiten von Unternehmen, Produkten und Finanzportfolios von Naturkapital und Ökosystem­leistungen kennen. Wir helfen Ihnen, diese mit themenspezifischen Instrumenten wie dem PBAF-Standard zu messen.

Biodiversitäts-Workshop

Der Workshop bringt Ihnen die Berichterstattung rund um Biodiversität näher. Wir gehen auf EU-Verordnungen, Berichtsstandards und die Auswahl von KPIs ein. Außerdem helfen wir Ihnen bei der Festlegung der nächsten Schritte, um Ihre Biodiversitätsstrategie umzusetzen.

Biodiversitätsstrategie und Action Plan

Wir unterstützen Sie, um die Anforderungen der CSRD in Bezug auf die Biodiversität zu erfüllen. Dies deckt die Science-Based Targets for Nature (SBTN) ab, sowie die Berichterstattung im Rahmen der Task Force for Nature-Related Financial Disclosures (TNFD).

Eine Biodiversitätsstrategie führt letztendlich zu einer Planung von No Net Loss (NNL) und einem Net Gain (NG) in Sachen Biodiversität. Biodiversität ist vielschichtig. Wir helfen Ihnen, das Thema mit Ihrer Nachhaltigkeits­strategie zu verknüpfen, wie beispielsweise in Bezug auf Klima, Wasser, Abholzung, Kunststoffe usw.

Reporting und Management­systeme

Biodiversität entwickelt sich zur Berichtspflicht für Unternehmen. Wir helfen Ihnen bei der Erfüllung der Anforderungen verschiedener Vorschriften und Standards, darunter:

Wenden Sie sich gerne an uns, wenn Sie Fragen zu einer bestimmten Norm haben oder wenn Sie mehr über unsere ESG and Sustainability Management Services erfahren möchten.

Wir unterstützen Sie in allen Phasen und finden die passende Strategie für Ihr Unternehmen!

FAQ

Häufige Fragen zu Biodiversitätsstrategie

Biodiversitätsmanagement befasst sich mit den Auswirkungen eines Unternehmens auf die biologische Vielfalt. Aufgrund des Artensterbens und der Veränderung von Lebens­räumen ist Biodiversitäts­management auch von regulatorischer Bedeutung. Unternehmen können zum Beispiel zur Veränderung der Landnutzung und damit zum Verlust von Lebensräumen beitragen. Heimische Arten werden verdrängt, und ökologische Systeme werden geschädigt. Biodiversitäts­management ist eine komplexe Angelegenheit, die in den meisten Fällen ein breites Fachwissen erfordert.

Eine Biodiversitätsstrategie in Unternehmen ist für die Erhaltung natürlicher Lebensräume von entscheidender Bedeutung. Auch wir Menschen sind auf gesunde Ökosysteme angewiesen. Unternehmen müssen daher immer mehr gesetzliche Anforderungen erfüllen, z. B. in Bezug auf die Berichterstattung, und einen positiven Beitrag zum Erhalt der Biodiversität leisten. Darüber hinaus sind die finanziellen Risiken durch die Biodiversitätskrise für Unternehmen längst erwiesen. Aus diesen Gründen ist eine Biodiversitätsstrategie wichtig – für die Gesellschaft im Allgemeinen und für Ihr Unternehmen.

Wir Menschen sind Teil des Ökosystems. Jede Veränderung, zum Beispiel von natürlichen Lebensräumen oder durch die Verdrängung heimischer Arten, hat schlussendlich auch Auswirkungen auf uns. Jedes Insekt und jede Pflanze spielt eine wichtige Rolle in den sensiblen Ökosystemen. Deshalb ist der Erhalt der Biodiversität für uns Menschen wichtig.

Ja, die Berichterstattung über Biodiversität wird verpflichtend. Die EU hat bereits einen Entwurf für einen Biodiversitäts-Reporting-Standard im Rahmen der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und Biodiversitäts-Kriterien im Zuge der EU-Taxonomie veröffentlicht. Darüber hinaus schreibt die EU-Verordnung Finanzinstituten bereits vor, die Berichterstattung über Biodiversität in die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) aufzunehmen. Die CSRD-Bericht­erstattung wird voraussichtlich ab dem 1. Januar 2024 mit dem Inkrafttreten der Richtlinie obligatorisch werden. Unternehmen werden ab dem Geschäftsjahr 2023 zur Offenlegung der Informationen rund um die Biodiversität verpflichtet sein.


Gleichzeitig wird die Global Reporting Initiative (GRI) ihren Biodiversity Standard 2016 aktualisieren, ebenso wie SASB (im Rahmen der IFRS Sustainability Disclosure Standards). Der CDP-Fragebogen enthält bereits ein Kapitel zur biologischen Vielfalt, das ab 2023 bewertet werden wird. Die Task Force for Nature-Related Financial Disclosures (TNFD) und Science-Based Targets for Nature (SBTN) entwickeln neue Offenlegungsstandards für Unternehmen. Biodiversität ist bereits ein vorgeschriebenes Thema in Standards wie EMAS.

Biodiversität, Ökosystem­dienst­leistungen und Naturkapital sind verwandte Konzepte. Ökosystem­dienst­leistungen sind die Vorteile, die der Mensch aus der Natur zieht. Naturkapital ist Bestandteil von Ökosystemen, aus denen diese Vorteile hervorgehen. Die Qualität des Naturkapitalbestands hängt von der Biodiversität ab. Ein Wald ist zum Beispiel ein „Naturkapital“, aus dem die Menschen die Ökosystem­dienst­leistung „Kohlenstoffbindung“ beziehen. Die Fähigkeit des Waldes, Kohlenstoff zu binden, hängt davon ab, wie gut das Ökosystem funktioniert. Das Funktionieren hängt wiederum von der Biodiversität ab. Eine intakte Biodiversität ist damit die Basis von Ökosystemen (Naturkapital), um Leistungen und somit Vorteile (Ökosystem­dienstleistungen) für Menschen und Unternehmen zu erbringen.

Auswirkungen und Abhängigkeiten sind Begriffe aus dem Natural Capital Protocol und beziehen sich auf die zwei Arten, wie Unternehmens­aktivitäten mit Biodiversität verbunden sind. Wirtschaftliche Aktivitäten wirken sich durch Emissionen und nicht-nachhaltige Ressourcennutzung auf die biologische Vielfalt aus. Gleichzeitig sind Unternehmen von den Ökosystem­dienst­leistungen abhängig, die die Natur bereitstellt (z. B. Zugang zu Ressourcen oder Schutz vor Extrem­wetter­ereignissen).


Diese Auswirkungen und Abhängigkeiten können zu biodiversitäts­bezogenen Risiken und Chancen führen. Die Task Force for Nature-Related Financial Disclosures (TCFD) definiert drei Arten von Biodiversitätsrisiken für Unternehmen:

  • Physische Risiken: Sie ergeben sich direkt aus der Abhängigkeit der Unternehmen von der Natur. Diese Risiken treten auf, wenn das Funktionieren des Öko­systems beeinträchtigt wird und somit die Ökosystem­dienst­leistungen nicht mehr erbracht werden können.
  • Übergangsrisiken: Sie ergeben sich aus Veränderungen des Marktumfelds, z. B. aus politischen Maßnahmen, Vorschriften, Rechtsstreitigkeiten, technologischen Entwicklungen oder veränderten Präferenzen von Verbraucher*innen, die darauf abzielen, den Schaden an der Natur aufzuhalten oder rückgängig zu machen.
  • Systemische Risiken: Dies ist eine Erweiterung des TCFD-Risiko-Ansatzes und ergibt sich aus einem systemischen Zusammen­bruch eines Ökosystems. Ein Beispiel ist der Verlust einer Schlüsselart, von der das Funktionieren eines ganzen Ökosystems abhängt.

Unternehmen können und sollten die Auswirkungen und Abhängig­keiten bezüglich Biodiversität messen, um Risiken und Chancen zu verstehen und umsetzbare Biodiversitäts­strategien zu formulieren, die den langfristigen finanziellen Erfolg unterstützen.

Biodiversität ist ein vielschichtiges Thema, wie die Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) feststellt. IPBES nennt fünf Hauptursachen für den Verlust der biologischen Vielfalt: veränderte Landnutzung (und Meeresnutzung), direkte Ausbeutung von Organismen, Klimawandel, Verschmutzung und invasive Arten. Das Science-Based Targets for Nature network (SBTN) gliedert die Ziele für Biodiversität in fünf Kategorien: Landnutzung, Süßwassernutzung, Nutzung ozeanischer Ressourcen, Klima und Landsektor sowie Integrität der Ökosysteme.

Nicht alle Themen sind für jedes Unternehmen gleichermaßen relevant. Daher besteht der erste Schritt einer Biodiversitäts­strategie in der Durchführung einer Wesentlichkeits­analyse, um festzustellen, welche Themen vorrangig zu behandeln sind. Eine Wesentlichkeits­bewertung sollte sowohl die Auswirkungen als auch die Abhängigkeiten bezüglich Biodiversität abdecken, um Risiken und Chancen zu bewerten und offenzulegen. Gleichzeitig ist die Biodiversität auch ein standortspezifisches Thema. Daher ist es ratsam, mit Hilfe der Wesentlichkeits­analyse nicht nur prioritäre Themen, sondern auch prioritäre Produkte, Standorte oder Lieferketten festzulegen.
Gerade weil Biodiversität so komplex ist, gibt es keinen allgemein­gültigen Indikator. Dies steht im Gegensatz zum Klimawandel, bei dem CO2-Äquivalente die universelle Maßeinheit ist. Für die biologische Vielfalt gibt es zusammen­fassende Indikatoren, wie z. B. die Indikatoren für den potenziell verschwundenen Anteil der Arten und die mittlere Artenvielfalt (Mean Species Abundance). Diese Indikatoren fassen die Auswirkungen auf die Biodiversität in einer gemeinsamen Maßeinheit zusammen. Eine solche Einheit ist nützlich, um die Gesamtleistung eines Unternehmens in diesem Themenfeld zu verfolgen. Mehrere einzelne Indikatoren können für das Management verschiedener Auswirkungen auf die Biodiversität nützlich sein – wie Landnutzungs­änderungen, Wasser- und Ressourcen­nutzung, Klima und Verschmutzung. Der Wasserfußabdruck eines Unternehmens ist beispielsweise ein Indikator, der mit einer gemeinsamen Maßeinheit für die Auswirkungen auf die Biodiversität verknüpft werden kann. Auf diese Weise können themenspezifische Nachhaltigkeits­strategien miteinander verbunden werden, um die Leistung einer Gesamtstrategie bezüglich Biodiversität zu verfolgen.
Ein No-Net-Loss-Ziel für Biodiversität bedeutet, dass alle negativen Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch Maßnahmen zur Vermeidung und Minimierung der Auswirkungen, zur Wieder­herstellung der betroffenen Ökosysteme und schließlich zum Ausgleich der verbleibenden Auswirkungen ausgeglichen werden. Biodiversität Net Gain ist ein Ziel, bei dem die positiven Auswirkungen auf die biologische Vielfalt durch Wiederherstellung und Ausgleich die negativen Auswirkungen übersteigen. Entscheidend für das Erreichen eines Biodiversitätsziels ist die Einhaltung der Minderungs­hierarchie – Vermeidung und Minimierung der Auswirkungen, die Wieder­herstellung der betroffenen Ökosysteme und letztendlich der Ausgleich der verbleibenden Auswirkungen.
Der SBTN-Standard folgt einem 5-stufigen Prozess:
  1. Bewerten: Sammeln und Ergänzen vorhandener Daten, um die Auswirkungen und Abhängig­keiten von der Natur in der Wertschöpfungskette abzuschätzen. Das Ergebnis ist eine Liste potenzieller Themen und Standorte für die Festlegung eines Ziels. Möglicherweise kümmert sich Ihr Unternehmen bereits um einige Aspekte, die mit der Biodiversität zusammen­hängen (z. B. Treibhausgas­emissionen, Wassernutzung oder Entwaldung). Dieser erste Schritt zeigt Ihnen, was zu ergänzen ist.
  2. Prioritäten setzen: Auf Grundlage der Ergebnisse aus Schritt 1 kann eine Wesentlich­keits­analyse dabei helfen, Prioritäten zu setzen. Daran können Sie sich in Folge orientieren.
  3. Datenerhebung: Sie müssen die erforderlichen Daten für Ihre Target-Baseline sammeln. Möglicherweise sind bestehende Datenerhebungsprozesse zu verbessern oder bei Bedarf zusätzliche Datenerhebungen einzurichten.
  4. Handeln: Sobald Sie über die erforderlichen Daten verfügen, entwickeln Sie einen Aktionsplan, um Ihr Ziel zu erreichen. Dabei folgen Sie der folgenden Hierarchie der Schadens­begrenzung – Vermeidung, Verringerung, Wiederherstellung und Ausgleich der Auswirkungen.
  5. Tracking: Letztendlich müssen Sie Verfahren anwenden, mit denen Sie Ihre Fortschritte überwachen und Ihre Datenerfassung und Folgen­abschätzung im Laufe der Zeit schrittweise verbessern.
SBTN sieht separate Zielsetzungs­methoden für die fünf vorrangigen Themen vor, die sich auf die Biodiversität auswirken: Landnutzung, Süßwassernutzung, Nutzung ozeanischer Ressourcen, Klima und Landsektor sowie Integrität der Ökosysteme. Diese Methoden befinden sich derzeit in der Entwicklung. In der Zwischenzeit können Unternehmen Zwischenziele festlegen, die einen Einstieg ermöglichen und auf ein vollständiges Ziel angerechnet werden, sobald die Methoden zur Verfügung stehen.

Die Task Force for Nature-Related Financial Disclosures (TNFD) ist eine ähnliche Initiative wie die TCFD, d. h. es geht nicht nur um die Messung, sondern auch um die Einbeziehung naturbezogener Aspekte in die Unternehmensführung, die Strategie, das Risikomanagement, die Messgrößen und die Ziele. Das Herzstück von TNFD ist der LEAP-Ansatz. Das müssen die Unternehmen tun:

  • Ermitteln Sie, wo sich ihre Geschäftstätigkeiten mit der Natur überschneiden. Eine Biodiversitäts- Basisbewertung kann eine nützliche Analyse für die Geschäftstätigkeit von Unternehmen sein, während ein Fußabdruck der biologischen Vielfalt bei der Ermittlung von Problemen in der Lieferkette helfen kann.
  • Bewerten Sie vorrangige Abhängigkeiten und Auswirkungen. Nicht alles, was mit Hilfe des LEAP-Ansatzes ermittelt, bewertet und beurteilt wird, muss offengelegt werden. Die Wesentlich­keits­analyse kann ein nützliches Instrument sein, um Prioritäten zu setzen, auf die Sie sich konzentrieren sollten.
  • Bewertung wesentlicher Risiken und Chancen. Prioritäre Themen und Standorte sollten eingehend untersucht werden, um fest­zustellen, wie sie die Unter­nehmensleistung potenziell beeinflussen können. Die aktuellen Unternehmens­richtlinien, -prozesse und Managementansätze sollten daraufhin überprüft werden, ob sie für den Umgang mit Risiken und Chancen im Zusammenhang mit der Biodiversität geeignet sind. Wo Lücken festgestellt werden, sollten diese ergänzt oder neue Prozesse entwickelt werden.
  • Vorbereitung auf die externe Offenlegung. Potenzielle Auswirkungen der Biodiversität auf die Unternehmensstrategie sollten ermittelt und gegebenen­falls Ressourcen bereitgestellt werden. Es sollten relevante Messgrößen und KPIs ausgewählt und möglicherweise Biodiversitäts­ziele entwickelt werden. Ansätze zur Zielsetzung für Biodiversität befinden sich noch in der Entwicklungsphase.

Das TNFD-Rahmenwerk befindet sich noch in der Entwicklung und wird voraussichtlich im Jahr 2024 veröffentlicht werden. Unternehmen können das Rahmenwerk in der Zwischenzeit testen und sich auf die zukünftige Offenlegung vorbereiten. Die Anforderungen der TNFD stehen in engem Zusammenhang mit den Offenlegungsanforderungen der CSRD hinsichtlich Biodiversität.

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Finanzinstitute können ihre Auswirkungen auf die Biodiversität durch den sogenannten Biodiversitäts-Fußabdruck messen. Der anwendbare Standard ist PBAF (Partnership for Biodiversity Accounting Financials) – eine Schwesterinitiative von PCAF (Partnership for Carbon Accounting Financials). Carbon Footprints und Biodiversitäts-Fußabdrücke sind vom Prinzip her ähnlich. Ein Biodiversitäts-Fußabdruck konzentriert sich allerdings auf die verschiedenen Faktoren, die zum Verlust der biologischen Vielfalt führen, darunter der Klimawandel und Treibhaus­gas­emissionen, aber auch andere Themen, wie Land- und Wasser­nutzung und Verschmutzung. Wie beim PCAF liefern Primärdaten für die Aktivitäten der Portfolio­unternehmen die detailliertesten Ergebnisse. Da sie nur eingeschränkt verfügbar sind, ist auch die Verwendung von Sekundärdaten zulässig.

Unsere Expertinnen und Experten sind mit allen notwendigen Instrumenten für die Anwendung von PBAF für Unternehmen vertraut, einschließlich EXIOBASE, IBAT, ENCORE und Ökobilanzierung (LCA).

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