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2020-06-04T14:23:26+00:0004.Juni 2020|

Österreich:

Die Sahara in Rumänien

Die „Sahara an der Donau“, gelegen in den rumänischen Verwaltungskreisen Dolj und Olt, erstreckt sich über rund 800 Quadratkilometer. Sie ist weitgehend waldfrei und voller stark sandiger Böden, stellenweise gibt es sogar Sanddünen-Landschaften. Während der Ceausescu-Diktatur wurde hier, wie überall in der südrumänischen Tiefebene, intensive Landwirtschaft betrieben. Inzwischen liegen viele Flächen brach, sind verödet und erodiert.

Zwar ist die „Sahara an der Donau“ schon immer eine sandige Gegend gewesen. Allerdings haben sich Sandflächen, die für die Landwirtschaft kaum noch nutzbar sind, in den letzten Jahrzehnten besonders schnell ausgebreitet. Die Ursache ist ein komplexes Zusammenspiel menschengemachter und natürlicher Faktoren. „Während der Ceausescu-Diktatur wurden viele Feuchtgebiete an der Donau trockengelegt und Waldstreifen, die Ackerflächen vor dem trockenen, warmen Westwind schützten, abgeholzt“. Nach 1989 ist dann das Bewässerungssystem der Landwirtschaft stückweise verkommen. Gleichzeitig stieg die mittlere Lufttemperatur seit 1960 um 3°C, während immer öfter große Niederschlagsmengen in sehr kurzer Zeit fallen, was die Bodenerosion begünstigt.“

Die typischen Kulturpflanzen sind Weizen und Mais, Rumänien ist der größte Mais-produzent Europas. Nachdem die Bewässerungssysteme nicht mehr funktionieren, sind die Bauern auf das Wetter angewiesen und verlieren Teile der Ernte. Mit innovativen Anbaumethoden stellen Bauern und Kooperativen zum Beispiel auf Melonen um. Pionier in dem Bereich ist eine Forschungsstation für Pflanzen auf Sandböden. Geforscht auf rund 2000 Hektar mit Getreide, Gemüse, Obst und andere Nutzpflanzen, die resistent gegen Trockenheit und Hitze sind und auf Sandböden gut gedeihen. Experimentiert wird mit Erdnüssen und Süßkartoffeln. Und weil man nicht auf die nationale Klimaschutzgesetzgebung warten will, wird auf Gemeindegebiet einfach selbständig aufgeforstet.

@ https://www.spiegel.de/politik/ausland/klimawandel-in-suedosteuropa-erdnussanbau-in-der-rumaenischen-sahara-a-4ca90421-9f28-408e-ab0d-b1f3ada40997

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen. Falls sie Fragen haben, anderer Meinung sind oder einfach so mit uns reden wollen, kontaktieren Sie uns im Office oder Frau Dr. Kapfer direkt.

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