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2020-07-14T10:30:39+00:0014.Juli 2020|

Österreich:

Enhanced rock weathering: Steinstaub soll CO2 binden

Forscher arbeiten an einer neuen Methode, Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu entfernen: Landwirte sollen großflächig Steinstaub auf ihren Feldern verstreuen, das große Mengen des Treibhausgases aus der Luft binden kann. Würden Landwirte die Technik großflächig anwenden, ließen sich jedes Jahr – je nach Studie – zwischen zwei und fünf Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entfernen

Möglich machen das die natürlichen Eigenschaften von Basaltgestein: Beim Verwittern bindet es CO2, es entstehen Karbonate. Der Prozess lässt sich künstlich beschleunigen, indem man die Steine zerkleinert oder erhöhter Witterung aussetzt, etwa auf einem Feld. Die Methode wird im Fachjargon auch Enhanced Rock Weathering (ERW) genannt – zu Deutsch „Beschleunigte Gesteinsverwitterung“. Da Basalt eines der häufigsten Gesteine der Erde sei, werde es ohnehin im Bergbau abgetragen und bleibe bei der Zement- und Stahlproduktion übrig. Es müssten keine neuen Minen erschlossen werden, um das Material zu gewinnen. Verstreuten Landwirte das körnige Gestein dann weiträumig auf Feldern, verwittere es unter Wind und Wetter schnell und binde Kohlendioxid.

Das könnte den Äckern sogar zugutekommen: Der Gesteinsstaub verbessere die Fruchtbarkeit und die Ernteerträge, schreiben die Forscher. Der Nährstoffgehalt der Böden steige und auch die negativen Folgen von Düngern wie Ammonium, Schwefel oder Harnstoff könnte der Steinstaub zumindest abmildern. Letztlich würde das entstandene Karbonat über Bäche und Flüsse in die Ozeane gespült, wo es als Kalkstein auf den Boden sinke und gegen die Versauerung der Meere wirke.

@ https://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/klimawandel-steinstaub-auf-dem-acker-koennte-milliarden-tonnen-co2-binden-a-cfd5e825-fde6-45b2-bae7-2f7483273c12; https://www.nature.com/articles/s41586-020-2448-9; https://www.sheffield.ac.uk/sustainable-food/news/rock-dust-helps-soils-store-carbon-and-boosts-crop-yields-research-shows; https://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/aaa9c4

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