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2020-05-29T09:56:50+00:0029.Mai 2020|

Österreich:

Keine Pause für den Klimawandel

Die Coronapandemie beschert der globalen Wirtschaft den stärksten Einbruch seit den 1930er-Jahren. Aber die Krise habe auch positive Effekte, so die landläufige Meinung. Etwa, dass dadurch die CO2-Emissionen sinken und das Problem des Klimawandels weniger drängend werde. Diese Aussage stimmt aber nur zum Teil. Zwar geht der Ausstoß von Kohlendioxid spürbar zurück, allerdings reicht der Rückgang bei Weitem nicht aus, um den Klimawandel einzubremsen. 2019 war weltweit das Jahr mit dem historisch höchsten CO2-Ausstoß weltweit. Fast 37 Milliarden Tonnen Kohlendioxid wurden durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe global emittiert. Gegenüber dem Jahr zuvor ging der Zuwachs von 2,1 auf 0,6 % zurück, von der für die Einhaltung der Klimaziele notwendigen Senkung der Emissionen ist die Welt aber noch weit entfernt.

Für Österreich wird heuer ein Rückgang der Emissionen um 7,1 % erwartet, bedingt durch einen Rückgang der Wertschöpfung bei Tourismus und Gastronomie von -25%, der Warenherstellung bei -9% und beim Verkehr -7% betragen soll. Ab 2021 wird von einer nachhaltigen Erholung der Wirtschaft und einem erhöhten CO2-Ausstoß um 3,5 % ausgegangen.

Auch international erwarten die Forscher, dass die weltweite Krise zu einem Rückgang der Emissionen führt. Das „Global Carbon Project“ rechnet hier mit einem Minus von 5%, die Internationale Energieagentur sogar mit -8%. Das wäre der mit Abstand stärkste Rückgang seit dem Zweiten Weltkrieg und wesentlich mehr als während der Finanzkrise. Damals reduzierte sich der weltweite Ausstoß an CO2 lediglich um 1,4 %.

Allerdings dürfte dieser Rückgang bei den Emissionen zu keiner Pause beim Klimawandel führen. Grund dafür ist, dass die lange Verweildauer von CO2 in der Atmosphäre im Schnitt 120 Jahre beträgt. Die heute ausgestoßenen Emissionen kommen daher zu dem bereits vorhandenem CO2-Gehalt dazu. Anfang Mai wurde am Mauna Loa Observatorium ein neuer CO2-Rekordstand von 418 ppm gemessen, ab 450 ppm könnte der Klimawandel unumkehrbar sein.

Der Klimastatusbericht Österreich zeigt, dass die Durchschnittstemperatur in Österreich 2,3°C über dem langjährigen Mittel zwischen 1961 und 1990 lag. Auch heuer waren die ersten Monate des Jahres überdurchschnittlich warm und trocken. Im Frühjahr fielen österreichweit nur rund 60 % der normalen Niederschlagsmenge. Der Niederschlag im Mai dürfte nur die oberen Erdschichten erreichen, in faktisch allen Ackerbaugebieten des Landes herrsche nach wie vor extremer Trockenstress.

@ https://www.diepresse.com/5811836/keine-pause-fur-den-klimawandel; Klimastatusbericht Österreich: https://ccca.ac.at/fileadmin/00_DokumenteHauptmenue/02_Klimawissen/Klimastatusbericht/Klimastatusbericht_OEsterreich_2019.pdf

Wir wünschen Ihnen viel Freude beim Lesen. Falls sie Fragen haben, anderer Meinung sind oder einfach so mit uns reden wollen, kontaktieren Sie uns im Office oder Frau Dr. Kapfer direkt.

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